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  Textanalyse „Die grüne Krawatte“
 

mit einer Freundin gemachte hausaufgabe, eine:
Textanalyse „Die grüne Krawatte“

 

 

EINLEITUNG:

Arthur Schnitzler wurde am 15. Mai 1862 in Wien geboren und starb am 21. Oktober 1931 ebenfalls in Wien.

Dort stammte er aus einer angesehenen Arztfamilie und studierte ebenfalls Medizin.

Er gilt neben Hugo von Hofmannsthal als einer der bedeutendsten Vertreter der "Wiener Moderne".

Seine Werke entstanden alle in der Zeit der Realismus(1850-1898 ) und des Naturalismus(1880-1910) und in fast allen liegt das Augenmerk auf den psychischen Vorgängen seiner Protagonisten. Er schrieb meistens Dramen und Prosa.

Zudem war er Anhänger und zugleich sehr scharfer Kritiker der KuK-Donaumonarchie.

 

In der Parabel „Die Grüne Krawatte“, die erst 1961 im ersten Band seiner gesammelten Werke veröffentlicht wurde geht es um einen Konflikt, der in einem Park zwischen dem Protagonisten Ceophas und einigen Passanten stattfindet.

 

 

 

INHALTSANGABE:

Eines Morgens überkommt den zurückgezogen lebenden Ceophas die Lust, wieder unter Menschen zu gehen. Sehr gut gekleidet und mit einer grünen Krawatte verlässt er das Haus um im Park lustzuwandeln. Dort trifft er auf einige Passanten, die ihm Komplimente wegen seiner Kleiderwahl machen. Es finden sich einige Nachahmer, die ebenfalls beginnen grüne Krawatten zu tragen, jedoch qualitativ schlechtere und weniger elegant gebunden.

Als er bei einem zweiten Spaziergang wieder seine grüne Krawatte trägt beginnen die Passanten zu tuscheln und sich zu fragen, ob er keine andere hat.

Bei einem dritten Spaziergang trägt er dann eine blaue Krawatte. Als die Passanten dies bemerken, sind sie in ihrem Gewohnheitsdenken beleidigt und ignorieren diese.

Sein vierter Spaziergang findet mit einer violetten Krawatte statt, allerdings verhöhnen ihn die Passanten nur und sagen das er,“der Mann mit der grünen Krawatte“ sei.

Zudem tritt eine Gruppierung auf, die aus finanziellen Gründen statt Krawatten Zwirnsfäden um den Hals trägt und alle Krawattenträger im allgemeinen und Herr Cleophas im speziellen verachtet.

Während dieses Spaziergangs ruft der vorlauteste der Zwirnträger, dass alle Träger einer grünen Krawatte Wüstlinge seien. Herr Cleophas ignoriert dies jedoch, da er sich nicht angesprochen fühlt.

Bei seinem nächsten Mal wiederholt sich diese Szene, nur das die Träger der grünen Krawatten als Diebe beschimpft werden. Auch dieses Mal ignoriert er es und denkt nur daran, das es mit den Menschen, die grüne Krawatten tragen weit gekommen sei.

Bei einem weiteren Gang durch den Park werden dann die Träger der grünen Krawatten als „Meuchelmörder“ bezeichnet. Zudem sehen sehr viele Menschen während des Rufens in seine Richtung. Er erinnert sich daran, das er einst auch grüne Krawatten getragen hatte und fragt den lautesten der Rufer, ob damit gemeint sei. Dieser antwortet Cleophas, er könne nicht gemeint sein, da er ja gar keine grüne Krawatte anhätte und versicht ihm seine Hochachtung.

Nachdem Cleophas den Park verlassen hat sagt er den anderen jedoch, das nur ein Wüstling, Dieb und Meuchelmörder sich so getroffen fühlen würde.

 

FAZIT: Der Text bezieht sich auf Klassenunterschiede des 19.Jhd.(Ober/Unterschicht), die Beinflussbarkeit der Massen und die Falschheit der Menschen.

 

ANALYSE:

Sprachliche Mittel:

Arthur Schnitzer bedient sich in seiner Kurzgeschichte mehrerer Hyperbeln(Z. 23, Z.45, Z.50, Z.59)

Zudem finden sich eine Rhetorische Frage.(Z.23)

Der Name des Protagonisten hat ebenfalls eine Bedeutung, „Cleo“ kommt aus dem griechischen und bedeutet soviel wie Ruhm, ebenso wie „phas“, was eine verkürzung von phasis darstellt(phase, Abschnitt).

Er verwendet Hyperbeln um ab dem dritten Spaziergang die immer größer werdende Ablehnung der Passanten darzustellen.

 

Die Handlung spielt wahrscheinlich zur Zeit des Autors, also im 19. Jhd. . Dies lässt sich dadurch erschliessen, das allgemeines Tragen und Bindetechniken der Krawatten sich erst zu diesem Zeitpunkt durchgesetzt haben.

Der Park ist ein eigener Mikrokosmos, in dem die gesamte Geschichte stattfindet.

 

Der gesamte literarische Text (Epik) wird von einem außenstehenden Autor erzählt.

 

Charakterbeschreibung: Der Protagonist der Handlung ist der junge wohlsituirte Mann Cleophas. Er lebt zurückgezogen am Rand der Stadt und verlässt sein Haus nur selten. Er scheint selbstbewusst zu sein und geniesst seine regelmäßigen Spaziergänge in einem Park.

Es gibt die Passanten im Park, deren Meinung schnell und häufig schwankt und die Cleophas gegenüber anfänglich sehr positiv eingestellt sind.

Zudem sind da noch die Zwirnsfadenträger, die offenabr aus der unteren Gesellschaftsschicht kommen, Cleophas wegen seiner Kleidung verachten und dies auch häufig zum Ausdruck bringen.

 

 

INTEPRETATION:

Im Namen könnte der Verlauf der Geschichte abgebildet sein, da Cleophas am Anfang eine ruhmvolle Phase hat, die Leute beneiden ihn, diese jedoch nicht lange anhält und sie ihn schnell wieder verurteilen.

 

Zudem ähnelt das ganze ein wenig einer politischen Situation: Erst wird eine neue Idee befürwortet und es gibt Nachahmer. Nach kurzer Zeit jedoch gibt es die ersten, die sich über die Wiederholung beschweren. Nach einem Wechsel zu einer anderen Krawatte/Idee lehnen die meisten diese ab oder ignorieren sie. Nach einem weiteren Wechsel ignoriert jeder die neuen Ideen und erinnert sich nur noch an die ursprüngliche Idee(grüne Krawatte) Zuletzt hält jeder den Politiker für einen Versager, jedoch sagt es ihm keiner und alle sprechen ihm heuchlerisch ihre Hochachtung für seine neuen Ideen aus.

 

Mit den Krawatten könnte der Klassenunterschied während der industriellen Revolution gemeint sein, den der Autor damit deutlich machen möchte.

 

Ebenfalls lässt die Situation sich auf die Gegenwart übertragen, z.B. wenn ein junger Mensch in eine neue Schule kommt und dort einen sehr guten Eindruck mit Markenkleidung macht. Nach kurzer Zeit gibt es jedoch die ersten Neider und später auch Spötter. Öffentlich wird er zwar nie diskreditiert, allerdings wird hinter seinem Rücken immer schlecht geredet.

 

Als letztes macht er im Schluss noch deutlich, das die meisten Menschen heuchlerisch sind und alles verachten oder verdängen, was anders oder besser als sie selbst ist. In einer direkten Konfrontation würden sie es jedoch niemals zugeben.

 

SCHLUSS:

Abschliessend würde ich sagen, dass Arthur Schnitzler in seiner Kurzgeschichte auf die zu seiner Zeit(industrielle Revolution) herrschenden Klassenunterschiede zwischen Arbeiterschicht und Bürgertum/Adel(Oberschicht) eingehen möchte und gleichzeitig seinen politischen Widerstand gegen die herrschende Donaumonarchie darstellt. Er selbst als jemand der ständig neue Innovationen und Ideen bringt, die jedoch von der Masse, die von einzelnen dagegen aufgewiegelt wird, abgelehnt wird.

 

 

Zuletzt noch Eins seiner zu dieser Geschichte passenden Zitate: „Toleranz heißt: die Fehler der anderen entschuldigen.Takt heißt: sie nicht bemerken.“

 
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